Die Molkerei zu Webenheim – wie alles begann

Die Molkerei in Webenheim – wie alles begann:

Für die Bauern, die in den Gemeinden innerhalb des „unteren“ Bliestals lebten, war die Zeit 1929 / 1930 entscheidend. Einige Zeit zuvor kam ein Plan auf, eine Molkerei auch im saarpfälzischen Teil des Saarlandes, zu bauen. Innerhalb des Absatzes der Milchprodukte gab es Probleme und aus diesem Grund sollte die Molkerei erbaut werden.
Die Väter dieses Gedankens waren der damalige Bürgermeister von Webenheim, Otto Hussong, und der Bürgermeister von Blieskastel, Georg Oberhauser.
Gründungsprotokolle liegen keine mehr vor, da diese im Zweiten Weltkrieg verloren gegangen sind, so dass man sich auf eine Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum im Jahre 1955 der Molkerei berufen muss.

Bezüglich des Standortes der Molkerei gab es so seine Tücken, monatelang gab es ein Hin und Her, wo denn nun die Molkerei erbaut werden solle. Im Blieskastler Lokal „Park Schwarz“ wurde dann, unter der Leitung von Julius Marschall aus Einöd, die Entscheidung getroffen, die Wahl fiel auf Webenheim, obwohl Blieskastel als Standort favorisiert wurde, mitunter deshalb, weil der Gleisanschluss ein Vorteil war. Doch die Molkerei wurde in Webenheim erbaut.

Es wurde die Genossenschaft „Molkereigenossenschaft der Saarpfalz e.G.m.b.H – Webenheim“ gegründet und die Eintragung in das Genossenschaftsregister des Amtsgerichtes Blieskastel, erfolgte am 23. Mai 1929.

Quelle: Horst Weingart

Webenheimer Baudenkmäler

Webenheim kann auf eine sehr lange Dorfgeschichte zurück blicken und deshalb entstammen aus dieser Zeit viele Gebäude, die heute zu Denkmälern geworden sind.

So der Grünbacherhof, der außerhalb von Webenheim liegt. Es handelt sich um den Gutshof, der 1763 erbaut wurde, und das um 1880 erbaute Wirtschaftsgebäude.

In der Bliestalstrasse ist die Protestantische Filialkirche mit dem Glockenturm zu sehen, die 1867 errichtet wurde.

Im Kircheneck 1 steht ein altes Bauernhaus, das im 18. Jahrhundert erbaut wurde.

Der Stadtpfad beherbergt zum einen ein altes Bauernhaus mit Keller und Wirtschaftsgebäude, das 1769 entstand und den Gewölbekeller aus dem 18. Jahrhundert.

Friedrich Hussong – Journalist und Schriftsteller

Webenheim hat auch einen berühmten Schriftsteller zu verzeichnen.

Die Rede ist von Friedrich Hussong, der am 15. Mai 1878 in Webenheim geboren wurde und am 29. März 1943 in Berlin verstarb.

Friedrich Hussong war ein bekannter Schriftsteller und Journalist.

1878, als Friedrich Hussong in Webenheim geboren wurde, gehörte Webenheim noch zur Rheinpfalz, war ein Teil des Königreichs Bayern.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Webenheim dem Saarland angegliedert.

Hussong stammte aus einer hugenottischen Bergmanns- und Bauernfamilie, sein Vater war Lehrer.

Werke von Friedrich Hussong waren zum Beispiel:

• „Die Lülsbrucher Wirren“
• „Mathias Erzbergers Wege und Wandlungen“
• „Hirsewenzel. Eine neue Auslese“
• „Das russische Ei“

Webenauwe

Webenheim wurde erstmalig im Jahre 1303 als „Webenauwe“ erwähnt, wunderschön in der Talaue der Blies gelegen.
Das damals bäuerliche Dorf ist auch bis dato so geprägt.

Doch bereits über 2000 Jahre vorher war schon die erste Besiedlung, was bronzezeitliche Gräber beweisen.
Eng mit dem Herrscherhaus in Zweibrücken verbunden, wurde Webenauwe 1816 bayrisch.

Bis 1843 war Webenauwe mit dem Dorf Mimbach eine Gemeinde.

In konfessioneller Hinsicht wurde das bäuerliche Dorf durch das Kloster Hornbach betreut, welches von Pirminius 742 gegründet wurde.
Dann, im 16. Jahrhundert ging der Besitz an die Zweibrücker Fürsten über, die die lutherische Lehre verbreiteten.
Die heutige Webenheimer „Martin-Luther-Kirche“ wurde 1867 geweiht, sie wurde an Stelle der Vorgängerkirche von 1464 gebaut, die baufällig war.
Baumeister Anton Hurt lieferte den Plan für die neugotische Martin-Luther-Kirche, es sollte eine Kirche erbaut werden, die geräumig und an den neueren Fortschritt angepasst sein sollte und sie sollte die Kirchenbaukunst wiedergeben und zum schönsten Gebäude des Ortes werden.
Zitat: „Die Kirche sollte dieser Gemeinde zur Ehre gereichen“ und „sie werde für Jahrhunderte gebaut und für die Nachkommen stelle sie ein ehrendes Denkmal für den kirchlichen Sinn ihrer Väter dar“.
Das Gotteshaus wurde aus Sandsteinquadern errichtet. Die Webenheimer Martin-Luther-Kirche ist eine neugotische Hallenkirche, die mit fünf Fensterachsen versehen ist, unter den Fenstern wurden kleinere Doppelbogenfenster verbaut.
Der Glockenturm befindet sich an der Westseite und ein spitzer Helm bildet den Abschluss.
Im Zweiten Weltkrieg musste die Kirche schwere Schäden verbuchen, die dann mit dem Abschluss der Renovierungen und Umgestaltungen 1957 wieder behoben waren.
Noch heute zeugen die bunten Fensterverglasungen aus dieser Zeit, die von dem Kunstmaler Probst entworfen wurden.

Auch eines der wertvollsten Orgelwerke ist in der Martin-Luther-Kirche in Webenheim zu finden – das wissen bestimmt nicht viele.
Die Orgel wurde 1873 von der Firma E.F. Wacker aus Ludwigshafen angefertigt und zwar für die Weltausstellung in Wien.
Die Webenheimer Orgel besitzt ein wunderschön geschnitztes Gehäuse.

Das traditionelle „Unnere“ an de Kirb :-)

An de Kirb war es Sitte, dass man immer zu irgend jemand „unnere“ is.
Die Erklärung, was „unnere“ bedeutet, auf Hochdeutsch zu verfassen, ist schon etwas schwer, deshalb mal so die saloppe Erklärung. 🙂

„Unnere“ war (oder ist) wenn man zu späterer Stunde – oder auch zu früher Stunde – wenn die Kneip zu gemacht hat, zu jemand nach Hause is und dort Eier geback hat.
Es kam net nur emol vor, dass de Schinke, der fa de nägschde Morje fa die Familie fas Friestick war, in de Eier verschafft wurde.
Teilweise wurde ach de gesamte Biervorrat geplündert, weil es war jo schon e ganzi Meute, net nur zwei oder drei Leitcher. In Scharen wurde „ingefall“.

Und bei dene „Unnere“ passierte so manch Lustiges und es gibt garantiert genug von de Straußbuwe und Straußmäde, die do drivver berichte kenne.

Wäre schön, wenn so einige Episoden hier ihren Platz finden würden 🙂

Webenheimer Kirb

Die Kirb in Webenheim war Jahr für Jahr etwas ganz Besonderes für alle.
Für die Jugendlichen – ab etwa 15 oder 16 Jahren – deshalb, weil man endlich als Straußbub oder Straußmäde an diesem besonderen Ereignis teilnehmen durfte, die etwas ältere Generation, weil dies mal wieder ein Grund zum Feiern war.
Und die Kirb ging lange!
Andere Ortschaften feierten ihre Kirb meist von Freitag bis Dienstag, dann war für sie schon Ende.
Doch in Webenheim galt das Motto: „während in Villa Riba schon geputzt wird, wird in Villa Webenheim noch gefeiert“!

Wir feierten die Kirb von Freitag bis Mittwoch und da man so gut im Feiern drin war, hätte der eine oder andere gerne noch länger gefeiert.
Vor der eigentlichen Kirb war die Vorkirb, die war dann einen Sonntag vor dem großen Ereignis, da fuhren die Straußbuwe und Straußmäde durch die benachbarten Ortschaften, machten beim Mittagessen eine ausgewählte Kneipe links und dann ging es mit vielen Zwischenstationen wieder in Richtung Heimat. Vor 22 Uhr war da niemand zu Hause.

Doch wirklich hart war die Kirb für die Straußbuwe und –mäde.
Trinken, trinken und nochmals trinken und feiern, feiern und nochmals feiern.
Aber es war jedes Mal wirklich klasse.
Freitagabend wurde dann der Kirwestrauss geschmückt, es wurde gelegt, getackert und getrunken, gaben doch diese Bändchen, die an den Baum kamen, viel Staub ab, so dass die Luft im Raum ziemlich trocken war und die Kehlen mussten deshalb gut gespült werden.
Dann, nachdem das Werk vollbracht war, wurde dann die Kirb ausgegraben. Die wurde das Jahr zuvor bei einem Straußmäde verbuddelt – in Form einer Flasche edelstem Wein – und die wurde dann zum Beginn der Kirb wieder ausgegraben.
Und da wurde schon der eine oder andere Vorgarten fast ganz umgegraben, weil sich jeder eine andere Stelle gemerkt hatte, wo die Flasche Wein lag. Und dann ging es jedes Mal richtig hoch her – die Kirb war einfach was Besonderes.

Leider ist in den letzten Jahren diese alte Tradition, die jedes Jahr wieder aufs Neue auflebte, vollends verschwunden, was natürlich sehr schade ist. Denn wer so eine Kirb nicht mitgemacht hat, dem fehlt eine wichtige Erfahrung im Leben.

Dem ist doch so?

Go Top